Pressemitteilungen

Hier finden Sie die Pressemitteilungen der Landesarbeitsgemeinschaft Schuldner- und Insolvenzberatung Berlin e.V.

Öffentliche Anhörung zum Schuldnerberatungsdienstgesetz (SchuBerDG):

LAG Schuldner- und Insolvenzberatung Berlin e.V. fordert kostenfreie und flächendeckend gesicherte soziale Schuldnerberatung.

Heute findet im Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz des Deutschen Bundestages die öffentliche Anhörung zum Gesetz über den Zugang zu Schuldnerberatungsdiensten (Schuldnerberatungsdienstegesetz – SchuBerDG) statt. Die Sitzung wird von 11:00 bis 13:00 Uhr im Paul-Löbe-Haus in Berlin abgehalten.

Die Landesarbeitsgemeinschaft Schuldner- und Insolvenzberatung Berlin e.V. (LAG SIB) begrüßt ausdrücklich, dass der Zugang zur Schuldnerberatung künftig gesetzlich geregelt werden soll. Gleichzeitig weist der Verband auf dringenden Nachbesserungsbedarf hin, um die soziale Schuldnerberatung bundesweit dauerhaft zu sichern.

„Das geplante Gesetz ist ein wichtiger Schritt, um den Zugang zu qualifizierter Schuldnerberatung rechtlich abzusichern. Damit dieses Ziel erreicht wird, müssen aber zentrale Prinzipien sozialer Beratung gewährleistet bleiben“, erklärt Marco Rauter, der Vorsitzender der LAG SIB.

Die LAG SIB betont insbesondere folgende Punkte:

1. Kostenfreiheit: Schuldnerberatung muss für Ratsuchende vollständig kostenfrei sein. Jede finanzielle Hürde gefährdet den Zugang – insbesondere für Menschen in prekären Lebenslagen.

2. Integrierte Beratung: Schuldner- und Insolvenzberatung gehören untrennbar zusammen und dürfen nicht organisatorisch getrennt werden.

3. Bedarfsgerechter Zugang: Der Bund muss Verantwortung für eine flächendeckende, barrierearme Versorgung übernehmen – insbesondere in Großstädten wie Berlin, wo soziale Belastungen besonders hoch sind.

„Nur wenn Schuldnerberatung als soziale Infrastruktur verstanden und entsprechend finanziert wird, kann sie ihren Beitrag zu sozialer Gerechtigkeit und finanzieller Teilhabe leisten“, so Marco Rauter weiter.

Weitere Informationen zur Anhörung sind auf der Website des Deutschen Bundestages abrufbar: www.bundestag.de





Ein Jahr im Zeichen des Wandels und der Weiterentwicklung

Die LAG Schuldner- und Insolvenzberatung Berlin e.V. blickt in ihrem aktuellen Jahresbericht auf ein ereignisreiches Jahr 2024 zurück. Neben strukturellen Veränderungen standen der Ausbau der Präventionsarbeit, die Förderung von Nachwuchskräften und die Stärkung der Öffentlichkeitsarbeit im Fokus. Lesen Sie, wie wir gemeinsam mit unseren Mitgliedern das Angebot in Berlin weiterentwickelt haben.

Die Landesarbeitsgemeinschaft der Schuldner- und Insolvenzberatungsstellen in Berlin stellt ihren Jahresbericht für 2024 vor. Ein Jahr, dass geprägt war von strukturellen und auch personellen Veränderungen.

Die LAG SIB bietet juristische Beratung und Unterstützung für ihre Mitglieder und deren Fachkräfte an, darüber hinaus pflegt sie durch ihre hauptamtlichen Mitarbeitenden und dem ehrenamtlichen Vorstand eine gute Vernetzung zu entscheidungsrelevanten Personen im öffentlichen Bereich, um das Beratungsangebot der kostenlosen Schuldner- und Insolvenzberatung in Berlin zu sichern. Ein weiterer wichtiger Bestandteil dieses Projektes stellen die Präventionsprojekte und der Bereich der Nachwuchskräfteförderung dar.

Die juristische Fachberatung hat im Berichtszeitraum zahlreiche Anfragen von Beratungskräften, Betroffenen und auch der Fachpresse kompetent und zeitnah bearbeitet. Die juristische Mitarbeiterin und gleichzeitig auch die Leiterin der Geschäftsstelle koordiniert hier mit Unterstützung einer Verwaltungskraft darüber hinaus den reibungslosen Ablauf der Geschäftsstelle, sie nimmt an verschiedenen Fachveranstaltungen und Arbeitskreisen teil und unterstützt den Vorstand hier im Austausch mit politisch Verantwortlichen.

Das berlinweite Präventionsangebot der LAG richtet sich zum einen an junge Erwachsene und Multiplikatorinnen, zum anderen an Seniorinnen, sowie an für in der Geflüchtetenhilfe Tätige.

Schwerpunkte im Bereich der jungen Erwachsenen und Multiplikator*sind die Überschuldungsprävention und eine nachhaltige finanzielle Bildung. Dieses Angebot ist auf Landesebene gut etabliert und verstetigt. Die Mitarbeitenden konnten im Berichtszeitraum die Projektarbeit deutlich ausbauen und an die jeweiligen Belange individuell anpassen. Mit insgesamt 85 Schulungen sowie 4 Netzwerkveranstaltungen wurden Jahr 2024 insgesamt rund 1146 Personen erreicht. Hier haben wir eine solide Grundlage erreicht, die weiter ausgebaut werden soll.

Das Präventionsangebot für Senior*innen, das noch relativ neu in diesem Projekt ist, richtet sich an Menschen ab 55. Hier sollen Menschen erreicht werden, die sich mit dem (bevorstehenden) Renteneintritt in einer Umbruchphase befinden, sowie Menschen, die bereits im Rentenalter sind und potentiell von Altersarmut betroffen sind. Die Herausforderung bei diesem Angebot ist, die Zielgruppe für die Teilnahme an den Veranstaltungen zu erreichen. Hier wollen wir den Bekanntheitsgrad weiter vertiefen, die Anzahl der Veranstaltungen ausbauen und auch die Netzwerkarbeit weiter vorantreiben.

Das Präventionsangebot für in der Geflüchtetenhilfe Tätige rundet hier das Angebot ab. Hier vermitteln Mitarbeitende aus der Beratungspraxis der Schuldner- und Insolvenzberatung Wissen aus dem Bereich „Umgang mit Schulden und dessen Vermeidung“. Hier sollen den Mitarbeitenden in der Geflüchtetenhilfe Informationen an die Hand gegeben werden, um im Arbeitsalltag Geflüchtete gut unterstützen zu können.

Die LAG SIB hat im Jahr 2024 den Fokus vermehrt auf den Bereich der Nachwuchskräfteförderung gelegt. In Zeiten von Fachkräftemangel ist es umso wichtiger, für dieses Thema sensibel zu sein. Wichtig ist hier die Förderung des Bekanntheitsgrades des Berufs des Schuldner- und Insolvenzberater/-beraterin. Die Mitglieder der LAG SIB sollen hier umfassend bei der Nachwuchskräftegewinnung und –sicherung unterstützt werden. Hier erfolgten Teilnahmen am Karrieretag der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften der FU Berlin, der Praxismesse der Hochschule Potsdam sowie des Karrieretags als Berufsmessse. Auch die Implementierung des Nachwuchsforums soll dieses Vorhaben unterstützen.

Die LAG SIB hat im Jahr 2024 ihre Öffentlichkeitsarbeit im Bereich Social Media mit dem Ziel verstärkt das Beratungsangebot bekannter zu machen, sowohl für Ratsuchende wie auch für (angehende) Beratungskräfte. Dieser Bereich soll noch weiter ausgebaut werden und auch die einzelnen Beratungsstellen sollen noch stärker in den Fokus rücken.

Die Landesarbeitsgemeinschaft Schuldner- und Insolvenzberatung Berlin e.V. mit ihren hauptamtlichen Strukturen und dem ehrenamtlichen Vorstand blickt auf ein erfolgreiches und bisweilen auch anstrengendes Jahr 2024 zurück. Viel wurde geschafft und alle Beteiligten freuen sich auf das folgende Jahr. Projekt des Land Berlin.

SchuldnerAtlas Berlin 2024: Eine Herausforderung gegen den Trend

Der SchuldnerAtlas Berlin 2024 der Creditreform zeichnet ein gemischtes Bild der finanziellen Lage der Berliner Bevölkerung. Während die Zahl der überschuldeten Personen im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken ist, bleibt die Überschuldungsquote mit 10,16 Prozent über dem Bundesdurchschnitt von 8,09 Prozent. Besonders alarmierend ist dabei der Anstieg der Überschuldung in bestimmten Altersgruppen sowie der Zuwachs bei Kleinstkrediten, die zunehmend durch "Buy Now, Pay Later"-Modelle geprägt werden.

Gestiegene Überschuldungsquote trotz sinkender Fallzahlen

Der scheinbare Widerspruch zwischen einem Rückgang der absoluten Zahl überschuldeter Personen und einer gestiegenen Überschuldungsquote lässt sich durch den sogenannten "Zensus-Effekt" erklären: Die Bevölkerungszahl Berlins wurde nach unten korrigiert, wodurch die relative Betroffenheit stieg. Dies zeigt, dass Überschuldung weiterhin ein drängendes Thema bleibt, das vor allem ältere Menschen ab 70 Jahren und junge Erwachsene betrifft. Gerade diese Altersgruppen zeigen eine überproportionale Belastung, was nicht zuletzt durch veränderte Konsumgewohnheiten und neue Finanzierungsmodelle begünstigt wird.

Kleinstkredite: "Buy Now, Pay Later" als schleichendes Risiko

Ein besonders dynamischer Trend zeigt sich in den Berliner Beratungsstellen bei den Kleinstkrediten, die vielfach durch das "Buy Now, Pay Later"-Prinzip geprägt sind. Diese Zahlungsmodelle versprechen vermeintlich einfache und flexible Finanzierungsmöglichkeiten, bei denen Verbraucher*innen ihre Einkäufe in kleinen Raten abbezahlen können. Doch die niedrigen Einstiegshürden und die fehlende Transparenz der Gesamtkosten führen häufig dazu, dass finanzielle Verpflichtungen unterschätzt werden. Besonders betroffen sind hier jüngere Menschen, die oft über weniger finanzielle Rücklagen verfügen, sowie ältere Generationen, die zunehmend digital einkaufen.

Die Folge: Viele Haushalte geraten durch die Summe kleiner Verbindlichkeiten in eine übermäßige finanzielle Belastung, die schwer zu bewältigen ist. In Berlin, wo die wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen bereits vielfältig sind, verstärkt dieser Trend das Risiko der Überschuldung.

Präventionsprojekte: Finanzkompetenz fördern, Risiken reduzieren

Die Landesarbeitsgemeinschaft Schuldner- und Insolvenzberatung Berlin setzt hier gezielt an. Mit unseren Präventionsprojekten wollen wir die Finanzkompetenz in der Bevölkerung stärken. Wir klären über die Risiken von Kleinstkrediten und Zahlungsmodellen wie "Buy Now, Pay Later" auf und vermitteln Strategien für einen bewussteren Umgang mit Geld.

Für die besonders vom Überschuldungsrisiko betroffene Personengruppe ab 55, die sensible Bevölkerungsgruppe der Senior:innen,  bieten wir ein spezielles Präventionsangebot, das sich mit der Budgetplanung, Rentenaufstockung, Schutzmaßnahmen vor Betrugsmaschen und dem Umgang mit Verträgen beschäftigt.

Unsere Arbeit zielt darauf ab, überschuldungsgefährdete Menschen frühzeitig zu unterstützen und langfristige Lösungen anzubieten. Denn nur durch eine Kombination aus Aufklärung, Beratung und aktiver Unterstützung können wir die finanzielle Stabilität von Haushalten nachhaltig stärken.

 

Weitere Informationen: Marco Rauter und Anne Wistuba
Tel: 030 689 00 400
lag@schuldnerberatung-berlin.de - www.schuldnerberatung-berlin.de

Die Landesarbeitsgemeinschaft Schuldner- und Insolvenzberatung Berlin e.V. ist der gemeinnützige landesweite Zusammenschluss von Sozialen Schuldner- und Insolvenzberatungsstellen – ein gefördertes Projekt des Land Berlin.

Die Wege, wie sich Menschen verschulden, haben sich verändert. War früher der Besuch eines Kaufhauses ein geplantes Einkaufs-Event, wird nun vom Sofa aus bequem mit dem Tablet oder Handy geshoppt. Das Kaufen im Internet über die gängigen Bezahlungsdienstleister ist für Viele zur Normalität geworden und wird von den Anbietern aggressiv als Lifestyle-Produkt vermarktet. Der Weg, in eine Schuldenfalle zu tappen und den Überblick zu verlieren, ist sehr breit und kurz.

Mit dieser Entwicklung beschäftigt sich die 24. bundesweite „Aktionswoche der Schuldnerberatung 2024“ vom 10.06. bis 14.06.2024 unter dem Motto „Buy now, Inkasso später - Mit einem Klick in die Schuldenfalle“.

Steigende Energiepreise, steigende Lebenserhaltungskosten....neue Herausforderungen sind zu bewältigen. In unserer Pressemitteilung wollen wir auf das Angebot der Schuldner- und Insolvenzberatungsstellen aufmerksam machen.

Vom 30. Mai bis 03. Juni 2022 findet bundesweit die 23. Aktionswoche Schuldnerberatung mit dem Titel der Aktionswoche „…und plötzlich überschuldet“ statt. Die Schuldner- und Insolvenzberatungsstellen möchten zeigen, dass sie für die überschuldeten Menschen da sind.
Informieren Sie sich auch gerne bei der Schuldnerberatungsstelle in Ihrem Bezirk über die Aktion in der Aktionswoche.

Berlin – Anlässlich der „Aktionswoche Schuldnerberatung“ veranstalten die Berliner Schuldner- und Insolvenzberatungen am 7. Juni 2019 den Fachtag „Albtraum Miete“. Politiker diskutieren mit Praktikern und Wissenschaftlern über die dramatischen Auswirkungen der Lage auf dem Berliner Wohnungsmarkt. Mit dabei: Staatssekretär Sebastian Scheel (Linke), Prof. Volker Busch-Geertsema (Gesellschaft für innovative Sozialforschung und Sozialplanung), Hermann-Josef Tenhagen (Chefredakteur Finanztip), Reiner Wild (Berliner Mieterverein), Marko Rosteck (Deutsche Wohnen) und Barbara Jilek-Melzer (Wiener Wohnen). Die Veranstaltung findet von 9:00 – 15:00 Uhr bei der Diakonie Deutschland, Caroline-Michaelis-Str.1, 10115 Berlin statt.

Berlin – Anlässlich der 18. Aktionswoche der Schuldnerberatung laden die Berliner Schuldner- und Insolvenzberatungsstellen Fachpublikum und Interessierte zum Austausch mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wissenschaft, Politik und Verwaltung ein. Unter dem Motto „Weg mit den Schulden – ein öffentliches Interesse?!“ diskutieren Ülker Radziwill (SPD), Amira Mohamed Ali (Linke), Martin Mindermann (Bundesministerium für Arbeit und Soziales), Hermann-Josef Tenhagen (Chefredakteur Finanztip) und Prof. Andreas Rein (Hochschule Ludwigshafen am Rhein). Die Veranstaltung findet am 6. Juni 2018 von 9:30 – 15:30 Uhr bei der Diakonie Deutschland, Caroline-Michaelis-Str.1, 10115 Berlin statt.

Berlin – mehr als 370.000 erwachsene Berliner sind überschuldet. Viele müssen lange auf Beratung warten oder finden gar nicht erst den Weg zu kompetenten Schuldner- und Insolvenzberatungsstellen. Im Rahmen der Aktionswoche Schuldnerberatung laden die Berliner Schuldner- und Insolvenzberatungen deshalb am 23. Juni 2017 zu einem Fachtag ein. Diskutiert werden soll, wie Zugangs­möglich­keiten und Rahmenbedingungen verbessert werden können. Unter dem Motto „Überschuldete brauchen starke Beratung“ diskutieren Sozialsenatorin Elke Breitenbach (DIE LINKE), Nicole Maisch (Bündnis 90/Die Grünen), Ülker Radziwill (SPD) und die Wissenschaftler Prof. Ulf Groth und Dr. Christian Schober mit Berliner Praktikern. Die Veranstaltung findet von 9:30 – 15:00 Uhr bei der Diakonie Deutschland, Caroline-Michaelis-Str.1, 10115 Berlin statt.